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Aktion 25.09.2008: Römmelgasse 8
Die Schorndorfer Familie Guttenberger wurde von den Nationalsozialisten aufgrund des Vorwurfes, sie würden von Sinis abstammen in das KZ Auschwitz deportiert und sind dort ermordet worden. Die Nürnberger Rassengesetzt von 1938 hatten Sinti und Roma zu Menschen „artfremden“ Blutes erklärt. Dies war der Beginn und die „Legitimation“ der Verfolgung und der Ermordung von Sinti und Roma sowie von Juden in Deutschland und Europa.

Anton Guttenberger, geb. 1892
Johanna Guttenberger, geb. Eckstein, geb. 1893
Berta Guttenberger, geb. 1926
Maria Guttenberger, geb. 1928
Deportiert in das KZ Auschwitz am 15.03.1943, gestorben am Hungertyphus im Juni 1943.

Johannes Guttenberger, geb. 1929
Deportiert in das KZ Buchenwald am 15.03.1943, ermordet 1944.





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Aktion 03.10.2009:
Römmelgasse 8

Weitere Mitglieder der Familie Guttenberger
Elisabeth Guttenberger, geb. 15.01.1931, verhaftet 15.03.1943, ermordet in Auschwitz 26.07.1943
Karl Eckstein, geb. 25.05.1934, Pflegekind der Fam. Guttenberger, verhaftet am 15.03.1943, ermordet am 11.08.1943 in Auschwitz-Birkenau

Neue Straße 23
Heinrich Talmon Groß
Heinrich Talmon Groß entstammt einer kinderreichen Arbeiterfamilie aus Neuhengstatt und kommt 1901 nach Schorndorf. 1909 erwirbt er das Wahlbürgerrecht. Von Beruf ist er Zigarrenmacher.
Vor und nach dem ersten Weltkrieg ist Heinrich Talmon Gr0ß in der SPD., dem Gesangverein „Frohsinn“, beim Konsumverein und bei den Schorndorfer Gewerkschaften aktiv. Mündlichen Überlieferungen zufolge ist er auch Mitglied der NaturFreunde. 1909 lädt er als Vorsitzender des Gesangvereins „Frohsinn“ zu dessen 25-jährigem Jubiläum ein. 1913 wird er Vorsitzender der Vereinigten Gewerkschaften in Schorndorf. Ab August 1925 bis zum 2.9.1929 ist er Mitglied im Schorndorfer Gemeinderat.
Ab dem 1.4.1921 bis zum 28.2.1933 arbeitet er hauptamtlich für den Deutschen Tabakarbeiterverein. Er hat sein Büro als Gewerkschaftssekretär zunächst in Stuttgart und ab 1929 in Heidenheim. Nach dem Reichstagsbrand vom 27.2.1933 wird er zusammen z.B. mit Kurt Schumacher und Fritz Ulrich ins KZ Heuberg gebracht und als einer der letzten am 19.12.1933 aus der „Schutzhaft“ entlassen. Seinen Lebensunterhalt verdient er danach als Reisender für Laichinger Wäsche und als selbständiger Zigarrenmacher. Da er in Schorndorf und Umgebung heimisch ist, versucht er auch hier, Aufträge für seine Wäschefirma zu bekommen. Am 5.9.1936 wird er in einer Miedelsbacher Gaststätte verhaftet. Er glaubt unter Bekannten zu sein und wagt es, ein vertrauliches Gespräch zu führen. Dabei äußert er sich über die Schutzhaft und bezeichnet Hermann Göhring als den wirklichen Brandstifter des Reichstags. Einer der vermeintlichen Freunde denunziert ihn.
Wegen politischer Verleumdung wird er zu 4 Monaten und 15 Tagen Gefängnis verurteilt, die er in Rottenburg verbüßt. Er wird am 9.4.1937von der Gestapo ins KZ Dachau verschleppt und erhält dort die Häftlingsnummer 12014/237. Am 27.9.1939 wird er ins KZ Mauthausen überstellt und am 18.2.1940 ins KZ Dachau zurücküberstellt, wo er am 20.2.1945 ermordet wird. Die Todesnachricht erfolgt nach Muster „B“ des Todesfall-Meldewesens. Demnach ist Heinrich Talmon Groß an einer Enterocolis im „Krankenhaus“ verstorben. Von den 12 Jahren Naziregime verbringt er neuneinhalb Jahre in politischer Haft.





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Aktion 09.12.2010:
Sonnenscheinweg 21

Elsa Heinrich
geboren am 27.9.1899, wurde als eine gute Schülerin eingestuft, sie Epileptikerin, es gab für sie keine andere Möglichkeit der Betreuung. Für sie muss der lange Aufenthalt in der Pflegeanstalt Stetten ein Martyrium gewesen sein. Sie hatte furchtbares Heimweh, dachte an Selbstmord, trat in den Hungerstreik und schnitt sich die Pulsadern auf. Als sich ihre Krankheit verschlechterte, wurde sie für die Nazis lebensunwert. Sie wurde am 5.11.1940 in Grafeneck ermordet und vergast.
Opfer der „Aktion T4“.

Grafenbergweg 2
Karl Hottmann
geboren am 20.1.1906 in Schorndorf. Sohn einer Wengerterfamilie. Der Sonntag war für ihn der schönste Tag, mit Hut und Stock bestückt durchstreife er lebensfroh die Gegend. In den Sommermonaten war er bei seiner Familie und half bei der Heuernte. Als Patient der Anstalt Stetten galt er bei den Nazis als lebensunwert. Er wurde am 29.11.1940 in Grafeneck als Opfer der „Aktion T4“ vergast und ermordet.

Neue Straße 14
Albert Kohler
geboren am 10.7.1925 in Schorndorf. Bis zu seinem 12. Lebensjahr lebte er noch bei seiner Familie, als man ihn in die Anstalt Stetten brachte. Von den Nazis als arbeitsunfähig und schwachsinnig eingestuft wurde er nach Grafeneck gebracht und am 10.9.1940 ermordet. Opfer der „Aktion T4“.




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Aktion 30.06.2016:
Römmelgasse 13

Marie Anna Fetzer
Opfer der „Aktion T4“.
Geboren am 15.6.1908 in Schorndorf. Tochter von Sofie Wilhelmine Fetzer, geborene Stadelmann und Karl David Fetzer, Gerber.
Marie wurde nach einer Untersuchung in der Universitätsnervenklinik Tübingen am 10.5.1933 in die Heilanstalt Winnenden eingewiesen.
Am 19.4.1940 wird ihr Sohn Siegfried geboren.
Am 30.5.1940 wird sie mit einem Transport nach Grafeneck bei Münsingen in die „Landespflegeanstalt“ gebracht, wo sie noch am selben Tag ermordet wird.
Die Landespflegeanstalt teilt den Eltern den Tod von Marie am 21.6.1940 mit, als Todesdatum wird das gefälschte Datum 20.6.1940 angegeben.




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